Wie sieht es heute in Tschernobyl aus und was genau passiert in der Zone? Welche Personen halten sich dort auf, wird Forschung betrieben und wie steht es um den Beton-Sarkophag des Kraftwerks? Wie hoch ist die Strahlung in der Zone und gibt es wieder beständiges Leben? Eins ist auf jeden Fall klar: Tschernobyl hat sich bis heute wenig erholt, hält jedoch einige interessante Überraschungen bereit.
Wann auch immer Tschernobyl in den Medien auftaucht, ist jedem klar, welcher kleine Teil der Erde gemeint ist. Die Zone rund um das Kernkraftwerk, die hochradioaktiv verseucht und in der keinerlei Leben möglich ist.
Doch anders als oft dargestellt, liegt die Realität weit ab vom allgemein angenommenen Bild von der Zone. Tschernobyl ist heute ein Stück Erde, dass sich von der Menschheit erholt. Tiere kehren in ihre ursprünglichen Reviere zurück und bevölkern die zurückgelassenen Holzhütten, Betonbauten und Vorgärten. Doch es sind nicht nur Tiere, die zurückkehren. Jährlich besuchen tausende Touristen die Zone, es finden Bauarbeiten an der Infrastruktur statt, Forscher untersuchen die Auswirkungen der Katastrophe auf die Natur.
Das Kernkraftwerk selber war noch bis ins das Jahr 1996, also 10 Jahre nach der Katastrophe, in Betrieb. Block 1 wurde als letzter im November 1996 außer Betrieb genommen. Das Kraftwerk sollte ursprünglich 6 Blöcke mit einer Gesamtleistung von 2000 MW betrieben. Block 5 und 6 wurden aufgrund der Katastrophe nicht mehr fertiggestellt. Seit dem Super GAU im Jahr 1986 ist im Kernkraftwerk einiges passiert, neben der Errichtung des Beton-Sarkophargs über Block 4 und dem Weiterbetrieb der anderen Blöcke werden zur Zeit Brennstäbe aus den stillgelegten Reaktoren entfernt. Bereits in diesem Jahr sollen laut dem Ukrainischen Ministerpräsidenten Wiktor Janukowitsch die Bauarbeiten am neuen Sarkopharg beginnen, die Fundamente wurden bereits errichtet.
In der Zone rund um Tschernobyl leben heute auch noch Wissenschaftler, die aus verschiedenen Gründen dort Quartier bezogen haben. Neben den ansässigen Wissenschaftlern sind selbstverständlich auch Forscher oft gesehene Gäste in Tschernobyl. Neben der Wissenschaft ist auch das Militär in Tschernobyl vertreten. Die überwiegend ukrainischen Kräfte werden von der Regierung zur Sicherung der Zugänge der Zone eingesetzt. An den offizellen Zugängen zur Zone haben "Einreisewillige" eine Genehmigung vorzuzeigen und sich einer kurzen Kontrolle zu unterziehen.
Prypjat (auch Prypiat, engl. Schreibweise), ist eine Stadt im Herzen der Zone, in der ehemals die Arbeiter des Kernkraftwerks Tschernobyl mit ihren Familien lebten. Die Angaben über die letzten Einwohnerzahlen schwanken zwischen 40.000 und 80.000 Einwohnern, auf Wikipedia.com sind 49.360 Einwohner angegeben. Die Stadt, die ehemals die Arbeiter von Tschernobyl beherbergte ist heute ausgestorben und leergefegt.
Die Zwangsevakuierung zwischen dem 27. und 29. April 1986 hinterließ unaufgeräumte Wohnungen, in denen noch Puppen auf den Betten und aufgeschlagene Bücher auf Schreibtischen liegen, Bilder an den Wänden hängen und öffentliche Plätze, auf denen weiter Plakate zum damals geplanten Maifest hingen. Jetzt ist die Stadt ein wahrer kleiner Abenteuerspielplatz, wohlgemerkt mit trauriger Vorgeschichte.
Auch wenn es schon viele nicht, beziehungsweise wenig verstrahlte Gebiete in der Zone um Tschernobyl gibt, sind auch heute noch weite Teile stark kontaminiert. Oftmals können für Menschen und Tier nur wenige Meter den Tod bedeuten. Gerade Wassertümpel oder Seen können mitunter stark kontaminiert sein, während die Vegatation schon 10 Meter entfernt gedeiht - und das wird noch lange so bleiben. Während einige radioaktive Stoffe die Umgebung nur kurzzeitig und schwach verseucht haben bleibt Tschernobyl von Heute an bis in die ferne Zukunft verstrahlt. Problem sind hier die mitunter Jahrtausende langen Halbwertszeiten einiger radioaktiver Stoffe. Zudem besteht das Problem, dass Tiere und Pflanzen in der Umgebung die radioaktiven Stoffe aufnehmen und an ihre Nachfahren geschädigte Zellen weitergeben.
Demnächst soll eine neue Webseite über die Atom-Katastrophe von Fukushima entstehen.
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