Tschernobyl Heute

Wie sieht es heute in Tschernobyl aus und was genau passiert in der Zone? Welche Personen halten sich dort auf, wird Forschung betrieben und wie steht es um den Beton-Sarkophag des Kraftwerks? Wie hoch ist die Strahlung in der Zone und gibt es wieder beständiges Leben? Eins ist auf jeden Fall klar: Tschernobyl hat sich bis heute wenig erholt, hält jedoch einige interessante Überraschungen bereit.

Überblick über Prypjat

    Inhalt
  • Tschernobyl heute - Wie sieht es in der Zone aus?
  • Das Kernkraftwerk Tschernobyl
  • Tschernobyl - Wissenschaft trifft Militär
  • Prypjat - Die Arbeiterstadt im Herzen der Zone
  • Die Strahlung in Tschernobyl
  • Eine Reise nach Tschernobyl



Tschernobyl heute - Wie sieht es in der Zone aus?

Wann auch immer Tschernobyl in den Medien auftaucht, ist jedem klar, welcher kleine Teil der Erde gemeint ist. Die Zone rund um das Kernkraftwerk, die hochradioaktiv verseucht und in der keinerlei Leben möglich ist.
Doch anders als oft dargestellt, liegt die Realität weit ab vom allgemein angenommenen Bild von der Zone. Tschernobyl ist heute ein Stück Erde, dass sich von der Menschheit erholt. Tiere kehren in ihre ursprünglichen Reviere zurück und bevölkern die zurückgelassenen Holzhütten, Betonbauten und Vorgärten. Doch es sind nicht nur Tiere, die zurückkehren. Jährlich besuchen tausende Touristen die Zone, es finden Bauarbeiten an der Infrastruktur statt, Forscher untersuchen die Auswirkungen der Katastrophe auf die Natur.

Das Kernkraftwerk Tschernobyl

Tschernobyl - by Carl Montgomery Das Kernkraftwerk selber war noch bis ins das Jahr 1996, also 10 Jahre nach der Katastrophe, in Betrieb. Block 1 wurde als letzter im November 1996 außer Betrieb genommen. Das Kraftwerk sollte ursprünglich 6 Blöcke mit einer Gesamtleistung von 2000 MW betrieben. Block 5 und 6 wurden aufgrund der Katastrophe nicht mehr fertiggestellt. Seit dem Super GAU im Jahr 1986 ist im Kernkraftwerk einiges passiert, neben der Errichtung des Beton-Sarkophargs über Block 4 und dem Weiterbetrieb der anderen Blöcke werden zur Zeit Brennstäbe aus den stillgelegten Reaktoren entfernt. Bereits in diesem Jahr sollen laut dem Ukrainischen Ministerpräsidenten Wiktor Janukowitsch die Bauarbeiten am neuen Sarkopharg beginnen, die Fundamente wurden bereits errichtet.

Tschernobyl heute - Wissenschaft trifft Militär

In der Zone rund um Tschernobyl leben heute auch noch Wissenschaftler, die aus verschiedenen Gründen dort Quartier bezogen haben. Neben den ansässigen Wissenschaftlern sind selbstverständlich auch Forscher oft gesehene Gäste in Tschernobyl. Neben der Wissenschaft ist auch das Militär in Tschernobyl vertreten. Die überwiegend ukrainischen Kräfte werden von der Regierung zur Sicherung der Zugänge der Zone eingesetzt. An den offizellen Zugängen zur Zone haben "Einreisewillige" eine Genehmigung vorzuzeigen und sich einer kurzen Kontrolle zu unterziehen.

Prypjat - Die Arbeiterstadt im Herzen der Zone

Prypjat - by Marco Fieber Prypjat (auch Prypiat, engl. Schreibweise), ist eine Stadt im Herzen der Zone, in der ehemals die Arbeiter des Kernkraftwerks Tschernobyl mit ihren Familien lebten. Die Angaben über die letzten Einwohnerzahlen schwanken zwischen 40.000 und 80.000 Einwohnern, auf Wikipedia.com sind 49.360 Einwohner angegeben. Die Stadt, die ehemals die Arbeiter von Tschernobyl beherbergte ist heute ausgestorben und leergefegt.
Die Zwangsevakuierung zwischen dem 27. und 29. April 1986 hinterließ unaufgeräumte Wohnungen, in denen noch Puppen auf den Betten und aufgeschlagene Bücher auf Schreibtischen liegen, Bilder an den Wänden hängen und öffentliche Plätze, auf denen weiter Plakate zum damals geplanten Maifest hingen. Jetzt ist die Stadt ein wahrer Abenteuerspielplatz, wohlgemerkt mit trauriger Vorgeschichte.

Die Strahlung in Tschernobyl - Heute und in Zukunft

Auch wenn es schon viele nicht, beziehungsweise wenig verstrahlte Gebiete in der Zone um Tschernobyl gibt, sind auch heute noch weite Teile stark kontaminiert. Im Durchschnitt ist die Strahlenbelastung zwischen 50-100 mal höher als die Strahlung, der wir jeden Tag hier bei uns ausgesetzt sind. Langfristig kann dies Zellen schädigen oder bei noch stärkerer Strahlung zum Tode oder schweren Behinderungen führen. Mitunter haben die radioaktiven Stoffe, die die Zone verseucht haben, zehntausende Jahre lange Halbwertszeiten. Deshalb werden selbst unsere Urenkel nicht in der Lage sein, Tschernobyl sicher zu betreten, mit Aufräumarbeiten zu beginnen beziehungsweise an einen Neuaufbau zu denken. Tschernobyl ist heute und bleibt bis in ferne Zukunft eine Todeszone.
Weitere interessante Infos sind unter "Strahlenbelastung durch Tschernobyl" zu finden.